„Am Institute for Sustainable Urbanism (ISU) der TU Braunschweig arbeiten Architekten und Stadtplaner an Lösungen für eine nachhaltigere Stadtentwicklung. Eines der umfangreichsten Projekte, East Cities, untersucht bis zum Jahr 2025 in Kooperation mit chinesischen Partnern, wie sich mittelgroße Stadtregionen in China – wie zum Beispiel Quingdao – mit bis zu zehn Millionen Einwohnern ganzheitlich und zugleich nachhaltig entwickeln können.“

„Auch wenn sich chinesische Lebenspraxis und Wohnformen nicht eins zu eins auf eine Region wie den Großraum Hannover übertragen lassen, findet Vanessa Miriam Carlow auch dort Anregungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung: „Chinesische Städte haben überhaupt keine Angst vor Dichte. Und diese Städte sind sehr lebendig. Was die Dichte angeht, auch die Mischung verschiedener Funktionen in einem Haus, das können wir in europäische Städte mit einbringen“, davon ist die Leiterin des ISU überzeugt. Leben und Arbeiten in jedem Haus – statt der strikten Trennung der Bereiche in europäischen Städten. Ein Laden oder eine Kita im Erdgeschoss, ein Fitnessstudio im ersten Stock, „in dem sowieso niemand gern wohnt“. Darüber Wohnungen, aber auch Platz für einen Co-Working-Space. „Und auf dem Dach noch eine gemeinschaftlich genutzte Fläche, wo sich die Bewohner eines Hauses treffen können. Ein vertikaler Mix, wie wir es ja auch in europäischen Innenstädten lange Zeit hatten.““

HAZ Wirtschaft_09.10.2020_Keine Angst vor Dichte - und Straßen ohne AutosArticle via https://www.haz.de/